Inhaltsverzeichnis
5. Erstellen eines Front-Ends

5.1. Entwurf des Bedienungskonzepts

Das Programm wird so gestaltet, dass sich die Hauptanzeige zu jedem Zeitpunkt nur auf einen Typen bezieht. Für diesen werden Typencode, Gliedmatrix, Katalognummer und Visualisierung angezeigt. Die Anzeigen für Typencode, Gliedmatrix und Katalognummer dienen gleichzeitig als Eingabeelemente. Ändert der Anwender eines dieser Eingabeelemente, stellt sich die komplette Anzeige auf den dort spezifizierten Typen um - vorausgesetzt, dieser existiert.

Wird ein Typ der Mechanismen angezeigt, erfolgt grundsätzlich sofort auch seine AG-Zerlegung, so dass MTen immer mit farbig hervorgehobenen AGn erscheinen. Für zweigliedrige AGn muss dabei kein Typencode angezeigt werden, da nur eine zweigliedrige AG existiert. (Nach dem Berechnungsverfahren aus [1] ergibt sich für diese der Code 0).

Die Umrechnung zwischen Typencode und Gliedmatrix erfordert die Angabe der Klasse der Struktur (die Anzahl der Glieder sowie ob es sich um eine kinematische Kette, eine AG oder einen Mechanismus handelt), der Zugriff auf einen Katalog natürlich auch. Die Klasse muss deshalb explizit durch den Anwender festgelegt werden. Zu diesem Zweck wird eine Auswahlliste angeboten, aus der eine der unterstützten Klassen ausgewählt werden kann. Der zugehörige Katalog wird bei einer Änderung dieser Auswahl sofort geöffnet und bleibt offen, bis das Programm beendet wird oder eine andere Klasse gewählt wird.

Der Einfachheit halber werden in dieser Auswahlliste nur Klassen aufgeführt, für die im Programmverzeichnis auch ein Katalog vorhanden ist, wobei die Kataloge kinematischer Ketten auch für die gleich großen Mechanismen zum Einsatz kommen. Der Fall, dass für eine Klasse kein Katalog vorhanden ist, und die Funktionalität des Programms dadurch nur eingeschränkt zur Verfügung gestellt werden kann, muss dann nicht berücksichtigt werden. Da für alle unterstützten Klassen Kataloge angelegt wurden, stellt das keine Einschränkung dar, solange alle Kataloge zusammen mit dem Programm verbreitet werden.

Bei kinematischen Ketten und AGn kann als Katalognummer die laufende Nummer eines Typs innerhalb seiner Katalogdatei verwendet werden. Dadurch ergibt sich jeweils eine einfache, fortlaufende Numerierung. Für Mechanismen gibt es eine solche von vornherein nicht, da sich aus jeder im Katalog enthaltenen kinematischen Kette mehrere MTen ableiten lassen. Es muss also entschieden werden, ob das Programm eine fortlaufende Numerierung selbst berechnen soll, oder ob die weniger elegante Lösung einer zweiteiligen Numerierung - bestehend aus Katalognummer der Kette und Nummer der Ableitung - zum Einsatz kommt.

Die Anzahl der ableitbaren MTen ist nun von Kette zu Kette sehr verschieden. Zum Feststellen dieser Anzahl steht auch kein anderer Algorithmus als die komplette Ableitungsprozedur selbst zur Verfügung. Soll also eine einfache, fortlaufende Numerierung der MTen realisiert werden, dann müssten entweder beim Öffnen einer Bibliothek für jede enthaltene Ketten alle Ableitungen gebildet und gezählt werden, oder der Katalog selbst müsste um eben diese Information erweitert werden. Beide Varianten erscheinen zu aufwändig. Deshalb wird das Programm eine Doppelnummer für die Typen der Mechanismen benutzen. Das bietet außerdem den Vorteil, dass dabei an der Katalognummer eines MTs die Katalognummer der zu Grunde liegenden Kette unmittelbar abgelesen werden kann.

Zusätzlich zur Möglichkeit, einen Katalog über das Suchen von Katalognummern einzusehen, wird auch ein einfaches Durchblättern realisiert. Über Vorwärts- bzw. Rückwärts-Button können dann der im Katalog vorangehende bzw. nachfolgende Typ zum gerade angezeigten erreicht werden. Damit diese Funktion zu jedem Zeitpunkt definiert ist, wird die Anzeige sofort nach dem Laden eines Katalogs auf den ersten darin enthaltenen Typen gesetzt. Das Gleiche gilt, wenn die Einschränkung von MTen nach bestimmten Kriterien durch den Anwender verstärkt oder gelockert wird.

Das Zählen von MTen kann über einen einfachen Button veranlasst und das Ergebnis in einem Meldungsfenster angezeigt werden. Möchte der Anwender aber die Anzahl der Typen für verschiedene Varianten bezüglich der Einschränkungen wissen, wäre diese Lösung sehr umständlich und zeitraubend, da für jede zu ermittelnde Zahl ein eigener Durchlauf notwendig wäre. Das ist absolut unnötig, denn während des Zählvorgang können beliebige Eigenschaften der gezählten MTen ermittelt werden und somit auch beliebige Statistiken als Ergebnis präsentiert werden. Die Anzahlen von MTen für jede mögliche Kombination von Einschränkungen auszugeben, ist allerdings auch nicht sinnvoll, denn das können - je nach Klasse - mehrere hundert sein. Als Kompromiss wird eine eindimensionale Statistik gewählt, d.h. es werden die Anzahlen der MTen mit den aktuell gewählten Einschränkungen unter Variation einer vom Anwender festzulegenden Einschränkung ermittelt.

5.2. Implementierung